Ginkgo biloba

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Ginkgo biloba. © Eskymaks – Fotolia

Ginkgo biloba
Ginkgoaceae

Der Ginkgobaum gilt heute als „lebendes Fossil“, weil es ihn bereits seit über 250 Millionen Jahren gibt. Heimisch ist er ursprünglich in Japan und China, seine Samen wurden erstmals Ende des 17. Jahrhunderts durch den deutschen Arzt und Japanforscher Engelbert Kaempfer nach Europa gebracht. Zunächst wurde er in botanischen Gärten und Parkanlagen kultiviert. Mittlerweile wird er auch zur Begrünung von Straßen verstärkt angepflanzt. Bevorzugt werden dabei allerdings männliche Pflanzen, da die ausgereiften Samen der weiblichen Bäume einen Geruch nach ranziger Butter verströmen. Seine Blüte dauert von April bis Mai.
Ein Baum kann bis zu 30 m hoch und über 1000 Jahre alt werden und ist äußerst widerstandsfähig. Angeblich war die erste Pflanze, die nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima 1945 austrieb, ein Ginkgobaum.

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Ginkgo sind Diterpene wie Ginkgolid A, B und C, Sesquiterpene wie Bilobalid, Flavonoide wie Kämpferol und Quercetin und Ginkgolsäuren. Sie befinden sich in den Blättern der Pflanze.

Ginkgoblätter-haltige Tees können gesundheitlich bedenkliche Mengen an Allergie-auslösenden Ginkgolsäuren enthalten und werden deshalb nicht empfohlen.
Von der Kommission E positiv bewertet wurden Trockenextrakte aus Ginkgo biloba-Blättern, die mit einem Aceton/Wasser-Gemisch extrahiert wurden. Experimentell wurden folgende Effekte nachgewiesen: Steigerung der Gedächtnisleistung und des Lernvermögens, Verbesserung von Gleichgewichtsstörungen, Förderung der Durchblutung, vorzugsweise im Bereich der Mikrozirkulation, Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes und einen Schutzeffekt im Bezug auf das Nervensystem.
Angewendet werden Ginkgopräparate zur Behandlung bei demenziellem Syndrom.Um einen positiven Effekt bei der Behandlung des demenziellen Syndroms zu erreichen ist eine konsequente Einnahme von 240mg täglich über mindestens 3 Monate notwendig.
Des weiteren werden diese Präparate zur Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer, arterieller Verschlusskrankheit, bei Schwindel und Tinnitus angewendet, in einer Dosierung von 120 bis 160 mg täglich. Bei der peripheren, arteriellen Verschlusskrankheit sollte die Behandlung mindesten 6 Wochen andauern, bei Schwindel und Tinnitus hat eine Behandlungsdauer von mehr als 6-8 Wochen keinen zusätzlichen Nutzen.
Nebenwirkungen sind selten und beschränken sich auf leichte Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und allergische Hautreaktionen.
Da Ginkgoextrakte auch die Fließeigenschaften des Blutes beeinflussen, wird empfohlen die Präparate vor einer Operation abzusetzen.
Bei Ginkgopräparaten mit standardisiertem Extrakt konnten keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln gefunden werden, sofern sie nicht überdosiert wurden. Bei ungenau gekennzeichneten Ginkgopräparaten, die als Nahrungsergänzungsmittel im Handel sind, kann eine solche Wechselwirkung allerdings nicht ausgeschlossen werden.
Obwohl Ginkgoextrakten eine positive Wirkung zugesprochen wird, gibt es neben den Studien, die die positive Wirkung belegen, mittlerweile auch eine Studie die den Nutzen in Frage stellt. Dennoch wird Ginkgo nach wie vor zu den wirksamen Arzneipflanzen gezählt.